Manuela Horn – Ideengestalterin für Erinnerungsbriefe, Gründerin und kreativer Kopf von HORNdeko
Über Taufbriefe zu schreiben, gehört zu meinen Lieblingsthemen.
2016 kamen Taufbriefe eher zufällig in mein Leben. Da ich ein wenig an das Gesetz der Anziehung glaube, denke ich heute manchmal, dass dieser Zeitpunkt vielleicht doch kein Zufall war.
Damals steckte ich mitten in einer schweren Zeit. Mein Vater war verstorben, meine Mutter schwer erkrankt. Warum mir ausgerechnet Taufbriefe in den Sinn kamen, kann ich bis heute nicht erklären. Die Idee war einfach da.
Richtig abgeholt haben mich die Taufbriefe jedoch nicht. Die damaligen Modelle waren mir einen Tick zu klassisch und zu unpersönlich. Ich konnte es nicht genau beschreiben, hatte aber das Gefühl, dass Erinnerungsbriefe noch viel mehr erzählen könnten.
An einem Freitagnachmittag setzte ich mich an den Computer und begann zu recherchieren, wie ich Taufbriefe selbst herstellen könnte. Tatsächlich fand ich jemanden, den ich sofort anrief. Die Antwort überraschte mich:
Ich musste nicht lange überlegen.
Die Antwort überraschte mich: Einzelne Rohlinge gab es nicht mehr, wohl aber die komplette Restproduktion einer ehemaligen Taufbrief-Manufaktur. Dazu gehörten Materialien, Mustermappen, Klischees und alles, was nach der Einstellung der Produktion noch vorhanden war.
Zwischen diesen Materialien und mir war es tatsächlich Liebe auf den ersten Blick.
Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen. Noch immer gestalte ich meine Erinnerungsbriefe mit derselben Freude wie am ersten Tag.
In dieser Zeit habe ich mich auch intensiv mit der Geschichte der Taufbriefe beschäftigt. Ihren Ursprung haben sie bereits im 18. Jahrhundert. Sie gehörten vielerorts zur Tauftradition und wurden meist von der Taufpatin oder dem Taufpaten überreicht. Die Innenseiten waren bereits vorgedruckt und meist religiös geprägt. Handschriftlich ergänzt wurden lediglich der Name des Taufkindes, das Taufdatum und der Name der Taufpatin oder des Taufpaten.
Ich sammle bis heute historische Taufbriefe und bin jedes Mal aufs Neue begeistert von diesem Gedanken: einem Kind etwas Persönliches mit auf den Lebensweg zu geben.
Mit den Jahren haben sich auch meine eigenen Taufbriefe verändert. Der klassische Innenteil mit der handschriftlichen Widmungsseite und dem kleinen Umschlag für das Taufgeld ist geblieben.
Andere Briefe zeigen Tiere, Jahreszeiten oder kleine Szenen, die Kindern Freude bereiten und die Taufe auf ihre eigene Weise begleiten.
Lange hatte ich auch den Wunsch, wieder Fachgeschäfte mit Taufbriefen zu beliefern und damit an die frühere Tradition anzuknüpfen. Einige ausgewählte Händler führen meine Erinnerungsbriefe bis heute.
Mit der Zeit habe ich jedoch gemerkt, dass meine Art zu arbeiten nicht zu einer klassischen Fabriksfertigung passt. Taufbriefe wurden oft einfach als Ergänzung zum Sortiment gesucht. Mir ist jedoch wichtig, dass jeder Erinnerungsbrief eine Geschichte erzählt und seine eigene Persönlichkeit hat.
Jeder Erinnerungsbrief beginnt mit einer Idee. Manche entstehen ganz schnell, andere begleiten mich über Wochen, bis jedes Detail für mich stimmig ist.
Auf den folgenden Seiten stelle ich Ihnen die einzelnen Taufbriefe, ihre Geschichten und die Gedanken dahinter näher vor.
Vielleicht entdecken Sie dabei genau den Erinnerungsbrief, der zu Ihrem Taufkind passt.
Herzlichst aus Wien, Manuela Horn